Finanzlage

Im zweiten Quartal hat die KION Group ihre Finanzierungsstruktur weiter verbessert und sich durch die Senkung der laufenden Zinskosten zusätzlichen Spielraum für die Umsetzung der Wachstumsstrategie verschafft. Am 15. April 2014 löste die KION Group zwei Tranchen der Unternehmensanleihen vorzeitig vollständig ab (siehe Geschäftsverlauf).

In diesem Zusammenhang wurde die revolvierende Kreditlinie im April 2014 um 198,0 Mio. € auf insgesamt 1.243,0 Mio. € aufgestockt. Die höhere Bankverschuldung ist im Vergleich zu den abgelösten Unternehmensanleihen derzeit mit deutlich niedrigeren Zinsen verknüpft. Die erwartete Zinsersparnis liegt bei rund 20 Mio. € jährlich.

Kapitalstrukturanalyse

Zum 30. Juni 2014 bestand die langfristige Fremdfinanzierung in Höhe von 969,4 Mio. € im Wesentlichen aus der festverzinslichen Tranche der 2013 begebenen und im Jahr 2020 fälligen Unternehmensanleihe (450,0 Mio. €) sowie dem langfristigen Anteil der revolvierenden Kreditlinie (523,0 Mio. €). Kurzfristig wurde die revolvierende Kreditlinie mit einem Betrag von 170,7 Mio. € (Ende 2013: 184,4 Mio. €) in Anspruch genommen. Die revolvierende Kreditlinie in Höhe von 1.045,0 Mio. € hat eine Laufzeit bis Juni 2018, der Aufstockungsbetrag über 198,0 Mio. € wurde bis April 2019 mit einer Laufzeit von fünf Jahren vereinbart. Aufgrund der aufwandswirksamen Berücksichtigung eines wesentlichen Teils der Finanzierungsbeschaffungskosten im Zusammenhang mit der vorzeitigen Kündigung der Anleihetranchen sind diese nur noch mit einem Betrag von 7,1 Mio. € (Ende 2013: 16,7 Mio. €) von den Finanzschulden bilanziell abgesetzt. Insgesamt blieben die Finanzschulden mit 1.200,6 Mio. € gegenüber dem Jahresende 2013 annähernd unverändert. Nach Abzug der flüssigen Mittel in Höhe von 134,9 Mio. € verbleiben Netto-Finanzschulden in Höhe von 1.065,7 Mio. € (Ende 2013: 979,3 Mio. €). Die Netto-Verschuldung zum Halbjahresstichtag 2014 liegt leicht unter dem 1,5-Fachen des bereinigten EBITDA der letzten zwölf Monate und hat sich damit im Verhältnis zur Ertragskraft im zweiten Quartal nicht verändert. >> TABELLE 12

Netto-Finanzschulden

>>TABELLE 12

in Mio. €

30.06.2014

31.12.2013

Verän­derung

 

 

 

 

Anleihe (2011/2018) – festverzinslich (brutto)

325,0

Anleihe (2013/2020) – festverzinslich (brutto)

450,0

450,0

Anleihe (2013/2020) – variabel verzinslich (brutto)

200,0

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (brutto)

754,3

233,7

>100 %

Verbindlichkeiten gegenüber Nicht-Kreditinstituten (brutto)

3,4

6,6

–48,8 %

./. Kreditbeschaffungskosten

–7,1

–16,7

57,5 %

Finanzschulden

1.200,6

1.198,6

0,2 %

./. Flüssige Mittel

–134,9

–219,3

38,5 %

Netto-Finanzschulden

1.065,7

979,3

8,8 %

Die Pensionsrückstellungen lagen mit 649,0 Mio. € aufgrund erneuter Zinssatzänderungen über dem Wert zum Jahresende 2013 (560,1 Mio. €). Entsprechend erhöhte sich die Nettoverpflichtung auf 627,6 Mio. € (Ende 2013: 537,7 Mio. €).

Die Leasingverbindlichkeiten aus Sale-and-Leaseback-Geschäften zur Refinanzierung des langfristigen Leasinggeschäfts für Endkunden zeigten aufgrund des weiter gewachsenen Geschäftsvolumens der Financial-Services-Aktivitäten einen Anstieg auf 642,6 Mio. € (Ende 2013: 617,1 Mio. €). Hiervon entfielen 416,0 Mio. € auf langfristige und 226,6 Mio. € auf kurzfristige Leasingverbindlichkeiten.

Zusätzlich sind in den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten 338,3 Mio. € (Ende 2013: 327,5 Mio. €) zur Finanzierung der Kurzfristmietflotte über Sale-and-Leaseback-Geschäfte enthalten.

Das Eigenkapital verringerte sich aufgrund negativer Effekte durch die Änderung des Pensionszinssatzes gegenüber dem Jahresultimo 2013 (1.610,0 Mio. €) um 1,6 Prozent auf 1.583,6 Mio. €. Die Eigenkapitalquote lag damit bei 25,9 Prozent (Ende 2013: 26,7 Prozent). >> TABELLE 13

(Verkürzte) Bilanz Passiva

>>TABELLE 13

in Mio. €

30.06.2014

in %

31.12.2013

in %

Verän­derung

 

 

 

 

 

 

Eigenkapital

1.583,6

25,9 %

1.610,0

26,7 %

–1,6 %

 

 

 

 

 

 

Langfristige Schulden

2.809,8

46,0 %

2.709,8

45,0 %

3,7 %

darin:

 

 

 

 

 

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

649,0

10,6 %

560,1

9,3 %

15,9 %

Finanzverbindlichkeiten

969,4

15,9 %

971,1

16,1 %

–0,2 %

Latente Steuern

301,0

4,9 %

306,2

5,1 %

–1,7 %

Leasingverbindlichkeiten

416,0

6,8 %

403,7

6,7 %

3,0 %

 

 

 

 

 

 

Kurzfristige Schulden

1.714,4

28,1 %

1.706,6

28,3 %

0,5 %

darin:

 

 

 

 

 

Finanzverbindlichkeiten

231,2

3,8 %

227,5

3,8 %

1,6 %

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

560,9

9,2 %

550,5

9,1 %

1,9 %

Leasingverbindlichkeiten

226,6

3,7 %

213,3

3,5 %

6,2 %

 

 

 

 

 

 

Summe Passiva

6.107,8

 

6.026,4

 

1,4 %

Investitionsanalyse

Für Investitionen wendete die KION Group insgesamt 58,0 Mio. € auf, verglichen mit 52,0 Mio. € im Vorjahr. Schwerpunkt waren wie im Vorjahr aktivierte Entwicklungsleistungen in den Markensegmenten LMH und STILL. Darüber hinaus wurden die Produktionsstandorte der KION Group, insbesondere in Deutschland, weiter modernisiert und die IT-Infrastruktur im Rahmen laufender Projekte verbessert.

Liquiditätsanalyse

Aus der laufenden Geschäftstätigkeit der KION Group resultierten Mittelzuflüsse von 151,3 Mio. € (Vorjahr: Mittelzuflüsse von 124,7 Mio. €). Die Zuflüsse aus dem laufenden Ergebnis (EBIT) konnten dabei die Veränderung des Working Capital überkompensieren. Des Weiteren führten geringere Gewerbesteuervorauszahlungen im Vergleich zum Vorjahr zu einer Verbesserung des operativen Cashflows.

Die Mittelverwendung für Investitionstätigkeit betrug 131,5 Mio. € (Vorjahr: 112,2 Mio. €, angepasst um das zuvor im operativen Cashflow ausgewiesene Mietgeschäft). Während sich die Auszahlungen für Investitionen analog dem positiven Geschäftsverlauf entwickelten, erhöhten sich im Berichtszeitraum die Nettoauszahlungen im Mietgeschäft im Vergleich zum Vorjahr von 68,8 Mio. € auf 83,6 Mio. €. Hierbei handelte es sich weitgehend um Ersatzinvestitionen.

Der Free Cashflow lag mit 19,8 Mio. € über dem Vorjahreswert von 12,5 Mio. €.

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit lag bei –103,5 Mio. € (Vorjahr: –55,5 Mio. €). Die Ausschüttung der Dividende in Höhe von 0,35 € je Aktie an die Aktionäre der KION GROUP AG führte zu einem Mittelabfluss von 34,5 Mio. €. Der Nettoabfluss aus den Finanzschulden belief sich im ersten Halbjahr auf 11,5 Mio. €. Den aufgenommenen Finanzschulden in Höhe von 1.007,0 Mio. €, weitestgehend bedient durch die Inanspruchnahme der revolvierenden Kreditlinie, standen im Berichtszeitraum Tilgungen in Höhe von 1.018,6 Mio. € gegenüber. In den Tilgungen ist auch die vorzeitige Ablösung der Anleihetranchen in Höhe von 525,0 Mio. € enthalten. Laufende Zinszahlungen führten zu einem Mittelabfluss von 58,5 Mio. €, darin enthalten ist die im zweiten Quartal geleistete Vorfälligkeitsprämie in Höhe von 14,8 Mio. € für die Ablösung der Anleihetranchen. Die flüssigen Mittel verringerten sich um insgesamt 84,4 Mio. € auf 134,9 Mio. € zum 30. Juni 2014. >> TABELLE 14

(Verkürzte) Kapitalflussrechnung*

>>TABELLE 14

in Mio. €

Q2 2014

Q2 2013

Verän­derung

Q1 – Q2 2014

Q1 – Q2 2013

Verän­derung

*

Vorjahreszahlen wurden aufgrund von Ausweisänderungen angepasst, siehe ‚Informationen zur Konzern-Kapitalflussrechnung’

 

 

 

 

 

 

 

EBIT

91,5

91,5

0,0 %

168,5

177,9

–5,3 %

Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit

110,4

79,9

38,0 %

151,3

124,7

21,3 %

Cashflow aus Investitionstätigkeit

–68,2

–61,5

–10,8 %

–131,5

–112,2

–17,1 %

Free Cashflow

42,1

18,4

> 100 %

19,8

12,5

59,2 %

Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

–38,6

–29,9

–29,1 %

–103,5

–55,5

–86,3 %

Währungseinflüsse Flüssige Mittel

–0,1

–5,0

97,3 %

–0,8

–1,5

46,3 %

Veränderung Flüssige Mittel

3,4

–16,4

> 100 %

–84,4

–44,6

–89,3 %