KION GROUP AG

Geschäftstätigkeit

Die KION GROUP AG ist die strategische Management-Holding der KION Group. Die KION GROUP AG hält alle Anteile an der Dematic Holdings GmbH, Frankfurt am Main, und damit alle Anteile an den Tochtergesellschaften des Segments Supply Chain Solutions. Die KION GROUP AG ist zudem alleinige Gesellschafterin der Linde Material Handling GmbH, Aschaffenburg, die nahezu alle Anteile an den Gesellschaften des Segments Industrial Trucks & Services hält. Weiterhin sammelt die KION GROUP AG Liquiditätsüberschüsse der Konzerngesellschaften in einem Cashpool und deckt den Finanzierungsbedarf von Tochtergesellschaften nach Möglichkeit über interne Darlehensbeziehungen ab. Die externe Refinanzierung der Konzernaktivitäten wird in der Regel über die KION GROUP AG abgewickelt. Die Übernahme geschäftsleitender Holdingfunktionen sowie die Erbringung sonstiger entgeltlicher Dienstleistungen ist außerdem Teil der Unternehmenstätigkeit der KION GROUP AG.

Der Jahresabschluss der KION GROUP AG wird nach den Regeln des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Der Lagebericht ist mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst. Der Konzernabschluss wird gemäß § 315 e Abs. 1 HGB nach den internationalen Rechnungslegungsregeln IFRS aufgestellt. Unterschiede zwischen den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden nach HGB und den International Financial Reporting Standards (IFRS) ergeben sich vor allem bei der bilanziellen Abbildung von Finanzinstrumenten, Rückstellungen, latenten Steuern und dem Beschaffungsleasing.

Steuerungssystem, künftige Entwicklung und Risikolage

Die KION GROUP AG ist als nicht operativ tätige Holdinggesellschaft indirekt von den Ergebnissen und der wirtschaftlichen Entwicklung ihrer Tochtergesellschaften abhängig. Das Steuerungssystem, die voraussichtliche Entwicklung sowie die Chancen und Risiken der KION Group werden ausführlich im Abschnitt „Steuerungssystem“ bzw. „Prognose-, Risiko- und Chancenbericht“ dieses zusammengefassten Lageberichts dargestellt.

Geschäftsverlauf 2021

Die Geschäftsentwicklung und -lage der KION GROUP AG wird wesentlich durch die geschäftliche Entwicklung und den Erfolg des Konzerns bestimmt. Darüber wird ausführlich in den Abschnitten „Geschäftsverlauf im Konzern“ sowie „Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage der KION Group“ berichtet.

Ertragslage

Die KION GROUP AG ist selbst nicht operativ tätig. Die im Geschäftsjahr 2021 ausgewiesenen Umsatzerlöse in Höhe von 73,7 Mio. € (Vorjahr: 70,5 Mio. €) resultierten im Wesentlichen aus der Erbringung von Dienstleistungen an verbundene Unternehmen.

Die sonstigen betrieblichen Erträge sanken um 18,1 Mio. € auf 27,8 Mio. € und beinhalteten insbesondere Kursgewinne aus der Bewertung von Bankkonten und Cashpools in Fremdwährungen.

Der Materialaufwand stand im Zusammenhang mit den Umsatzerlösen aus Leistungserbringung und beinhaltete im Wesentlichen Aufwendungen für Beratungsleistungen.

Der Personalaufwand fiel mit 76,1 Mio. € um 26,9 Mio. € höher als im Vorjahr aus. Der Anstieg ist vor allem durch eine Erhöhung variabler, erfolgsbasierter Gehaltsbestandteile wie kurzfristige Boni und anteilsbasierte Vergütung bedingt.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen reduzierten sich um 20,9 Mio. € auf 116,1 Mio. €. Ursächlich für diese Verminderung waren insbesondere im Vorjahr angefallene Aufwendungen für die Durchführung der Kapitalerhöhung (14,7 Mio. €) sowie der sich im Berichtsjahr gegenläufig auswirkende Anstieg der Aufwendungen für Fremd- und Beratungsleistungen in Höhe von insgesamt 21,8 Mio. €. Des Weiteren umfassten die sonstigen betrieblichen Aufwendungen Kursverluste aus der Bewertung von Bankkonten und Cashpools in Fremdwährungen in Höhe von 19,1 Mio. € (Vorjahr: 44,1 Mio. €).

Die Veränderung des Finanzergebnisses um 268,7 Mio. € auf 352,2 Mio. € setzte sich insbesondere aus folgenden Sachverhalten zusammen:

  • Die Erträge aus Gewinnabführungsverträgen betrafen vor allem die Linde Material Handling GmbH mit 179,7 Mio. € (Vorjahr: Aufwand aus Verlustübernahme in Höhe von 23,5 Mio. €) sowie die Dematic Holdings GmbH mit 150,0 Mio. € (Vorjahr: 105,7 Mio. €).
  • Zinsen und ähnliche Aufwendungen in Höhe von 34,0 Mio. € (Vorjahr: 54,5 Mio. €) resultierten mit 25,4 Mio. € (Vorjahr: 41,7 Mio. €) aus der externen Finanzierung. In geringerem Umfang waren außerdem Aufwendungen aus der Verzinsung der Intercompany-Verbindlichkeiten in Höhe von 3,0 Mio. € (Vorjahr: 7,6 Mio. €) und der Aufzinsung von Pensionsrückstellungen in Höhe von 5,7 Mio. € (Vorjahr: 5,1 Mio. €) enthalten.
  • Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge in Höhe von 56,3 Mio. € (Vorjahr: 55,3 Mio. €) betrafen im Wesentlichen Zinserträge aus der Verzinsung der Intercompany­Forderungen.

In der Funktion als steuerliche Organträgerin entstanden in der KION GROUP AG im Geschäftsjahr Steueraufwendungen in Höhe von 50,6 Mio. € (Vorjahr: 19,4 Mio. €). Die Erhöhung war auf die deutlich verbesserte Ergebnissituation in der steuerlichen Organschaft im zurückliegenden Geschäftsjahr zurückzuführen.

Im Berichtszeitraum ergab sich insgesamt ein Jahresüberschuss in Höhe von 210,1 Mio. € (Vorjahr: Jahresfehlbetrag von 6,5 Mio. €).

Ertragslage

in Mio. €

2021

2020

Veränderung

Umsatzerlöse

73,7

70,5

4,5 %

Sonstige betriebliche Erträge

27,8

45,9

–39,4 %

Materialaufwand

–0,2

–0,3

35,9 %

Personalaufwand

–76,1

–49,2

–54,8 %

Sonstige betriebliche Aufwendungen

–116,1

–137,0

15,3 %

Abschreibungen

–0,5

–0,5

0,2 %

Operatives Ergebnis

–91,5

–70,6

–29,5 %

Finanzergebnis

352,2

83,5

> 100 %

Steuern vom Einkommen und Ertrag

–50,6

–19,4

< –100 %

Jahresergebnis

210,1

–6,5

> 100 %

Vermögenslage

Die Bilanzsumme der KION GROUP AG erhöhte sich zum 31. Dezember 2021 um rund 0,9 Prozent auf 7.883,0 Mio. €.

Die Finanzanlagen blieben mit 4.238,2 Mio. € nahezu unverändert und beinhalteten im Wesentlichen die Beteiligungsbuchwerte der Dematic Holdings GmbH (2.862,2 Mio. €) und der Linde Material Handling GmbH (1.368,4 Mio. €).

Die liquiden Mittel haben sich im Berichtjahr um 96,8 Mio. € auf 200,0 Mio. € erhöht.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände in Höhe von 3.438,8 Mio. € (Vorjahr: 3.468,2 Mio. €) setzten sich mit 3.394,4 Mio. € überwiegend aus Darlehen und Cashpool-Forderungen an andere Konzerngesellschaften (Vorjahr: 3.444,7 Mio. €) zusammen. Darin enthalten ist außerdem der Anspruch auf die Gewinnabführung der Linde Material Handling GmbH in Höhe von 179,7 Mio. € (Vorjahr: Verbindlichkeit aus Verlustübernahme in Höhe von 23,5 Mio. €) sowie der Dematic Holdings GmbH in Höhe von 150,0 Mio. € (Vorjahr: 105,7 Mio. €). Es bestanden langfristige Darlehen an Konzerngesellschaften in Höhe von 427,9 Mio. € (Vorjahr: 571,3 Mio. €).

Vermögenslage

in Mio. €

31.12.2021

31.12.2020

Veränderung

Aktiva

 

 

 

Sachanlagevermögen

1,9

2,4

–19,1 %

Finanzanlagen

4.238,2

4.235,7

0,1 %

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

3.438,8

3.468,2

–0,8 %

Flüssige Mittel

200,0

103,2

93,9 %

Rechnungsabgrenzungsposten

4,1

2,8

> 100 %

Summe Aktiva

7.883,0

7.812,3

0,9 %

 

 

 

 

Passiva

 

 

 

Eigenkapital

4.788,8

4.631,9

3,4 %

Rückstellungen für Pensionen

63,6

54,3

17,1 %

Steuerrückstellungen

0,3

0,0

> 100 %

Sonstige Rückstellungen

65,7

33,8

94,4 %

Verbindlichkeiten

2.964,6

3.092,2

–4,1 %

Summe Passiva

7.883,0

7.812,3

0,9 %

Finanzlage

Durch ein angemessenes Finanzmanagement stellt die KION Group über die KION GROUP AG jederzeit ausreichende liquide Mittel zur Erfüllung des operativen und strategischen Finanzbedarfs der Konzerngesellschaften zur Verfügung. Als börsennotiertes Unternehmen berücksichtigt die KION GROUP AG im Finanzmanagement die Interessen von Aktionären und Finanzierungspartnern. Im Interesse dieser Stakeholder strebt die KION GROUP AG ein angemessenes Verhältnis von Eigen- und Fremdfinanzierung an.

Das Eigenkapital nahm im Berichtsjahr um 156,9 Mio. € zu. Nach Abzug der gezahlten Dividende in Höhe von 53,7 Mio. € und des im Berichtsjahr verzeichneten Jahresüberschusses von 210,1 Mio. € erhöhte sich das Eigenkapital auf 4.788,8 Mio. € (Vorjahr: 4.631,9 Mio. €). Die Eigenkapitalquote betrug zum Bilanzstichtag 60,75 Prozent (Vorjahr: 59,3 Prozent).

Die Zunahme der Rückstellungen um 41,4 Mio. € auf 129,6 Mio. € resultierte insbesondere aus dem Anstieg der Personalrückstellungen um 34,0 Mio. € auf 58,8 Mio. €. Die Erhöhung ist im Wesentlichen bedingt durch den Anstieg der Rückstellung für kurzfristige Boni sowie anteilsbasierte Vergütung. Außerdem verzeichnete die Gesellschaft Zuführungen zu den Pensionsrückstellungen von 9,3 Mio. € auf insgesamt 63,6 Mio. €.

Die Verbindlichkeiten von 2.964,6 Mio. € (Vorjahr: 3.092,2 Mio. €) setzten sich im Wesentlichen aus Darlehens- und Cashpool-Verbindlichkeiten gegenüber anderen Konzerngesellschaften von 2.035,1 Mio. € (Vorjahr: 1.973,4 Mio. €), aus Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten von 421,8 Mio. € (Vorjahr: 612,7 Mio. €) sowie aus der Unternehmensanleihe in Höhe von 500,0 Mio. € (Vorjahr: 500,0 Mio. €) zusammen. Nach Abzug der flüssigen Mittel betrug die daraus ermittelte Netto-Verschuldung 721,8 Mio. € (Vorjahr: 1.009,5 Mio. €).

Die KION GROUP AG hatte im Vorjahr ein Unternehmensanleiheprogramm (EMTN-Programm) mit einem Gesamtvolumen von 3 Mrd. € etabliert. Unter diesem Programm wurde im Vorjahr eine erste Unternehmensanleihe mit einem Nominalbetrag von 500,0 Mio. €, einer Laufzeit bis 2025 und einem Kupon in Höhe von 1,625 Prozent am Kapitalmarkt ausgegeben. Die Anleihe ist nicht besichert.

Die Finanzschulden der KION GROUP AG konnten aufgrund der guten Entwicklung des Free Cashflow im ersten Quartal 2021 weiter zurückgeführt werden. Mit einem Nominalbetrag von 167,0 Mio. € und einer Laufzeit bis 2024 wurde eine variabel verzinste Tranche des Schuldscheindarlehens Ende April 2021 vorzeitig zurückgezahlt und hat damit zu einem weiteren Abbau des Verschuldungsgrads beigetragen.

Seit 4. Oktober 2021 verfügt die KION GROUP AG über eine neue syndizierte revolvierende Kreditlinie (RCF) mit einem Gesamtvolumen von 1.000,0 Mio. € und einer Laufzeit bis Oktober 2026, die mit Zustimmung des Bankenkonsortiums um bis zu zwei Jahre verlängert werden kann. Die neue Kreditlinie ist variabel verzinslich; die vertraglich vereinbarten Zinskonditionen sind dabei an das Rating der KION GROUP AG sowie an die Einhaltung von Nachhaltigkeitskennzahlen geknüpft. Die zuvor bestehende Kreditlinie mit einer Laufzeit bis Februar 2023 und einem Volumen von 1.150,0 Mio. € wurde entsprechend gekündigt.

Die Kreditverbindlichkeiten und die Schuldscheindarlehen sind nicht besichert.

Mitarbeiter

Die KION GROUP AG beschäftigte im Geschäftsjahr 2021 durchschnittlich 276 Mitarbeiter (Vorjahr: 271). Zum Jahresende 2021 waren 279 Mitarbeiter in der KION GROUP AG beschäftigt (Vorjahr: 276).